| Streit auf den Straßen | |
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Die Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlich schnellen VerkehrsteilnehmerInnen auf den Straßen sind wohl so alt wie die Geschichte der menschlichen Mobilität selbst. Besonderen Anfeindungen sind von Anfang an die RadfahrerInnen ausgesetzt. Fußgänger fühlen sich bedroht von den geräuschlos schnell sich nähernden Rädern. Die gemächlich flanierenden Spaziergänger der Jahrhundertwende gewöhnen sich nur langsam an die neue erforderliche Wachsamkeit auf der Straße. So manche attackieren die "Unruhestifter" mit Schirm und Schimpftiraden. Aber auch die Kutscher, Fuhrwerks- und Pferdebahnbesitzer wehren sich gegen das neue Gerät. Mit dem zunehmenden Umstieg auf das "Stahlroß", das "kein Heu frißt" müssen sie empfindliche Geschäftseinbußen hinnehmen. Besonders heftig gestalten sich die Auseinandersetzungen, wenn soziale Unterschiede oder Vorurteile hinzukommen. Als Wanderfahrten populär werden, stoßen StadtbewohnerInnen mit den Bauern zusammen. Immer öfter suchen die Städter mit langen Radwanderfahrten Zuflucht am Land und bringen idyllische Vorstellungen vom Leben dort mit. Gleichzeitig halten sie sich für Kulturbringer, was zu heftiger Abwehr mittels fauler Eier oder Beschimpfungen führt. "Haut´s ös owi, die narrisch´n Todl´n", ist oft zu hören. "Radfahrseuche" und "Kilometertrottel" zählen zu den vergleichsweise harmlosen Angriffen, denn so mancher holt die FahrerInnen mit Stöcken, die in die Speichen geworfen werden, vom "hohen Roß": "Das Schlimmste was passieren kann/Ein fürchterlicher Schrecken/Ist: Hält ein biedrer Bauersmann/In´s Rad dir einen Stecken" Derart angegriffen wehren sich die FahrradfahrerInnen mit Radfahrerrevolver, Säuresprühgeräten, oder "Radfahrerpetarden"-kleine, den Schweizerkrachern ähnlichen Sprengkörpern. |
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