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Zehn
Jahre nach dem Tod des erfolglosen und schließlich schrullig gewordenen
Freiherrn von Drais setzen zwei Franzosen den entscheidenden Schritt
in Richtung Fahrrad.
1861 befestigen Pierre
Michaux (1813-1883) und sein Sohn Ernst am Vorderrad einer zur
Reparatur gebrachten Draisine eine Kurbel mit Pedalen. Konzipiert
für eine industrielle Serienproduktion, verlassen im Jahr 1865 schon
400 "Michaulinen" die Werkstatt der Erfinder. 1867 präsentiert Michaux
sein "Velociped" auf der Pariser Weltausstellung und löst damit einen
Boom aus. Ständig wird an der technischen Weiterentwicklung gearbeitet.
So sind die neueren Modelle schon aus Schmiedeeisen, mit staubdicht
gekapselten Bronze-Gleitlagern und gefedertem Sattel ausgestattet.
In England kompensiert der Direktor einer Nähmaschinenfabrik, Josiah
Turner seine stagnierenden Verkaufszahlen mit dem Nachbau der Michaulinen.
Der Ingenieur des Unternehmens James
Starley (1801-1881) entwickelt schließlich ein eigenes Modell
mit dem Namen "Ariel". Bald als Standardrad etabliert, wird es nur
mehr kurz "Ordinary" genannt. Fast ausschließlich aus Stahl gefertigt,
mit Bremse und Vollgummireifen ausgestattet, verfügt es schon über
die wichtigsten technischen Komponenten. Als besonders fortschrittlich
allerdings gilt das übergroße Vorderrad mit Drahtspeichen, womit sich
die Geschwindigkeit um einiges erhöhen läßt. Das Hochrad ist geboren.
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