Das Mountainbike - eine neue Variante  
   

Eine Handvoll kalifornischer Pioniere gibt Anfang der 70er Jahre den Startschuß für die neueste Entwicklung in Sachen Fahrrad. Die "Bikefreaks" schieben ihre bis zu 20kg schweren Räder (Clunker genannt) auf den nächsten Hügel, um dann in atemberaubendem Tempo wieder hinunterzufahren. Gary Fisher und Charles Kelly, die sich so in ihrer Freizeit vergnügen, beginnen bald ihre Räder umzubauen und suchen nach Möglichkeiten, für ihre Zwecke brauchbares Zubehör zu konstruieren. Da es zunächst keine Gangschaltungen gibt, müssen die Räder den Berg hinaufgeschoben werden. Beim Bergabfahren bringen sie das Fett in den Naben zum Qualmen, so daß nach jedem Rennen die Rücktrittsbremse zerlegt und neu eingefettet werden muß. Das englische Wort "repack" bedeutet soviel wie "auffüllen" und geht in die Mountainbike-Geschichte ein: Der Weg, auf dem 1976 das erste organisierte Wettrennen stattfindet, ist heute auf den Karten als "Repack Road" eingezeichnet. Die Strecke, die sich in Marin County in Kalifornien befindet, ist 3 km lang und geht über 400 Höhenmeter.

Bald gründen Gary Fisher und Charles Kelly eine Firma mit dem Namen "Mountain Bikes" und produzieren sogenannte Offroad - Räder mit dicken Reifen und Gangschaltung. Tom Ritchey, der heute einer der renommiertesten Fahrradhersteller weltweit ist, beteiligt sich an der Weiterentwicklung eines leichteren Rahmens. Das Bergauffahren wird schließlich durch die präzisen Gangschaltungen von Shimano aus Japan wesentlich erleichtert. Ist der Firmengründer Shozaburo Shimano in seiner Jugendzeit noch ein berüchtigter Bandenführer, so steigt er nach einer Lehre als Metallhandwerker mit seinem Unternehmen schon 1922 in die schwierige Produktion von Freilaufkränzen ein. Schließlich wird unter der Leitung seines Sohnes Shozo die mittlerweile weltweit etablierte Gangschaltung konstruiert.