Das Rad im Nationalsozialismus  
   

Obwohl das Fahrrad als Ressourcen sparendes Fortbewegungsmittel gefördert und beworben wird, setzt sich das Auto nach und nach durch. Der anfänglichen Autoeuphorie wird jedoch ein jähes Ende durch die Treibstoffknappheit beschert. Schon ab 1939 fehlt es dann auch an Ersatzteilen für das Fahrrad, die in der Folge bezugscheinpflichtig werden. Für die Mißachtung der Bezugsscheinpflicht werden drakonische Strafen, wie z.B. verschärftes Straflager, verhängt.

Der organisierte Widerstand benützt das Fahrrad für den Transport illegaler Flugschriften und als Fortbewegungsmittel für Kuriere. 1942 wird sogar der Obmann des ARBÖ Innsbruck wegen seiner politischen Tätigkeit mit dem Rad in Geheimhaft ermordet. Begründet wird der politische Mord folgendermaßen: "Josef Werndl hat es schon in der Systemzeit verstanden, den Weiterbestand des sozialdem. Arbeiter Radfahrerverein (ARBÖ) unter der fadenscheinigen Tarnung des" Unpolitischen Arbeiter Radfahrervereines" zu sichern. Er schaffte damit die Voraussetzung einer Möglichkeit, ehem. Marxisten zu sammeln, mit ihnen unter der Tarnung eines Radfahrerausfluges geheime Zusammenkünfte und Besprechungen abzuhalten..." (Protokoll der Geheimen Staatspolizei Innsbruck).

Nationalsozialistische Radvereine hingegen widmen sich unter dem Motto "Kraft durch Freude" mit Großausflügen dem besseren Kennenlernen von "Scholle, Volk und Vaterland".