Fahrräder im Krieg  
   

Schon Carl Freiherr von Drais erwähnt in seinen Werbeschriften für das Laufrad die Verwendungsmöglichkeiten seiner Erfindung im Militär. Knapp 70 Jahre später ist es dann soweit: das Fahrrad wird als zusätzliches Ausrüstungsgerät beim österreichischen Heer verwendet. Wird zunächst noch den Offizieren in Wien das Erscheinen in der Öffentlichkeit in Uniform auf dem Fahrrad untersagt, setzt sich bald das Argument der Geschwindigkeit durch. Nachdem 1893 Josef Fischer bei der Fernfahrt Wien-Berlin um 40 Stunden schneller ist als der berühmte Kavallerist Graf Starhemberg zu Pferd, werden Fahrradtruppen für Melde-, Patrouillen- und Kundschafterdienste eingesetzt.

In Graz veranstaltet Leutnant Smutny den ersten "k.u.k. Militär-Radfahrkurs". Bis zur Lieferung der ersten 20 speziellen Militärräder der Waffenfabrik Steyr wird mit privaten Rädern das knappe Vorbeifahren am Gegner, der Gebrauch des Revolvers und des Säbels während der Fahrt geübt. Im ersten Weltkrieg kommen schon 250.000 Soldaten auf Rädern zum Einsatz, wenngleich sich vor allem bei den Stellungskämpfen während der Schlacht am Isonzo zeigt, daß das Rad oft eher ein Hindernis ist und zum Verhängnis werden kann.